Die Badesaison ist eröffnet!

Nach einem drei viertel Jahr war es dann so weit: die kapriziöse englische Lady konnte zum ersten Mal nass gemacht werden! Ich hatte den Ballast geschätzt, aber ein klein wenig zu viel reingepackt, eine schützende Hand unter dem Kiel hilft bestens, kein Problem aus der Situation zu machen, umgehend waren ein paar Gewichte entfernt und das Boot lag genau auf Wasserlinie. Der erste Tauchversuch verlief nicht befriedigend, das Original war immer hecklastig getrimmt. Der Grund liegt in der Neigung spindelförmiger Rümpfe, bei höheren Geschwindigkeiten vorne zu unterschneiden. Auch das Modell zeigt dies deutlich, schnell schnappt die Schraube geräuschvoll nach Luft und liefert kaum mehr Vortrieb. Da aber der Tauchtank hinten ansaugt, führte dies sofort dazu, dass das Boot beim fluten Männchen machte und mit dem Hintern nicht mehr in die Höhe kam. Also mehr Ballast nach vorne, der Effekt wurde erträglicher, mehr ging irgendwann nicht mehr, da das Boot über Wasser schon ziemlich buglastig daher kam. Aus diesem Grund wurde das Technikgerüst verlängert und um ein Schott erweitert, der Tank rutschte dadurch 3 cm nach vorne. Auch hier geht nicht mehr, die Spindel fährt bis auf den letzten Millimeter ans Bugschott und das Boot beginnt in dieser Situation fast nach vorne über zu kippen. 2 Tauchtanks sind natürlich eine gute Lösung, allerdings verliert man bei ungleicher Füllung Volumen, damit leidet eine schöne Wasserlinie. Aber ich hatte schon eine Idee, dieses Phänomen in den Griff zu bekommen, und bei Fahrt lässt sich ja alles einfach über die Tiefenruder kompensieren. 

Perfekt ist nicht gleich perfekt!

Es ging mir das "Manko" (wir reden von etwa 10 ° Neigung) einfach nicht aus dem Kopf, es musste eine Lösung her, um selbigen wieder frei zu bekommen. Ich hatte noch eine Stange Blei über, die sollte neben den Motor der Tauchtanks passen. Nach vorne in den Bug ist noch genügend Platz, um das Gewicht dorthin verschieben zu können, nur schmal dürfte es werden, da es ausserhalb der Mittelachse läuft. Es liegt ja vor dem Schwerpunkt, wenn der Tank dahinter flutet, muss das Gewicht zum Ausgleich nach vorne wandern. Die beiden Zahnräder von Motor und Spindel haben sonst nichts zu tun, wenn man hier die Rotation abgreift, auf eine eigene Spindel geht, das Gewicht gegen drehen fixiert, bewegt es sich vor- und rückwärts, je nach Drehrichtung. Das war's!

Das Gewicht soll nicht die gleiche Distanz wie die Spindel des Tauchtanks fahren, schon weniger als die Hälfte sollte vollkommen genügen. Deshalb musste eine Untersetzung her. Um weniger Umdrehungen zu bekommen, müssen grössere Zahnräder verwendet werden - ätsch, da fehlt es schlicht am Durchmesser, um solche unterzubringen. Deshalb muss man mit einem möglichst kleinen Zahnrad (in diesem Fall eines mit 10 Zähnen) auf die Motorwelle kommen, nach verkleinern des Wellendurchmessers von 6 auf 4 mm passt das Ritzel drauf. Um die Drehrichtung beizubehalten, müssen insgesamt 4 Ritzel verwendet werden. Bei kleinen wie dem 10-er geht aber die Welle nicht am grösseren Antriebsritzel des Tanks vorbei, deshalb wird hier ein 20-er, danach wieder ein 10-er und schliesslich wieder ein 20-er verwendet, welches mit der Antriebsspindel verklebt ist. Das Ganze zwischen 2 sichelförmige GFK-Platten samt Achsen gespannt, findet die Einheit wunderbar Platz vor dem Tank.

Für das Gewicht wurde als nächstes aus GFK-Platten eine "Schlitterbahn" gebaut und diese an den Spanten verschraubt, der vorderste Spant musste dafür eine passende Aussparung erhalten. So ist die Chose demontierbar und kann einfach eingestellt und gewartet werden. Erleichterung dann beim ersten Einschieben des Gerüstes in den Rumpf, passt und geht zu schliessen. In das Gewicht wurde ein durchgängiges Loch für die Gewindestange gebohrt, am vorderen Ende wird eine Mutter fixiert, welche für Schub sorgt. Mit den Ritzeln alleine wäre die nötige Übersetzung nicht geschafft worden, bei einer 1,5-er Steigung machen 10 Umdrehungen auf der 6 mm Spindel des Tauchtanks 9 mm Weg, die 4 mm Spindel des Gewichts fährt dagegen nur 6 mm, bei der verbauten von 3 mm sind es dann nur noch 4,5 mm, insgesamt sind es 90 mm Weg, die das Gewicht mit 300 g nun zurücklegt. 

Hubraum ist durch nichts zu ersetzen!

Leichter Lauf der Untersetzung war Prämisse, es zeigte sich aber schon beim Probelauf, dass geringste Verspannungen zum Stillstand führen, der Motor schafft zwar problemlos den Tauchtank, für höhere Aufgaben ist er etwas schwach auf der Brust. Führungen und selbst die Kunststoffritzel nacharbeiten und schmieren war ein Rezept. Der Motor des Tauchtanks wurde durch den selben Getriebemotor ersetzt, den ich schon im XXIIer verwende - zwar etwas länger (was nicht stört, da genügend Platz vorhanden), dafür aber deutlich schneller, mit ordentlich Drehmoment. Nicht auszudenken, wenn geflutet etwas klemmt und sich nichts mehr bewegt... Das Boot sorgfältig ausgewogen ist jetzt über Wasser etwas Hecklastigkeit machbar, beim Tauchen ist der Effekt der Schwerpunktverlagerung kaum wahrnehmbar, das Boot liegt bei fast vollständigem Fluten einfach nur waagerecht. Wie sagen die Bayern so schön: Bled derfst sei, musst da hoid z'helfa wissen.

Das Fahrverhalten der C spricht Bände: über Wasser die selbe Ruderwirkung wie bei der Titanic, Norbert Heinrichs sagt "Baumstamm" dazu. Unter Wasser wendet sich das Blatt, das Ding ist unglaublich wendig und hat einen extrem kleinen Wendekreis. Sie fährt stur in die eingeschlagene Richtung, egal ob horizontal oder vertikal und verhält sich ausgesprochen gutmütig.

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